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Wahlcheck: Frauenanteil in neun zufälligen Kommunen NRWs

34,5 % Frauen gibt es aktuell in den kommunalpolitischen Gremien in Nordrhein-Westfalen. Wir sind in die Zahlen abgetaucht, um zu sehen, ob es Unterschiede zwischen den Kommunen gibt.

Die Zahlen zur Zusammensetzung von Räten in insgesamt neun Kommunen liegen uns vor. Von Düsseldorf bis Altenbeken haben wir versucht, eine gute Spannbreite aufzuzeigen. Der erste Blick zeigt: Ja, es gibt Variation – aber in keinem der Fälle wird die Parität mit 50% erreicht.

Der durchschnittliche Frauenanteil aller neun betrachteten Kommunen liegt bei ziemlich genau einem Drittel, nämlich bei 30,63%. In kleineren Kommunen fällt er auf im Schnitt 26,40%, in größeren Städten steigt er auf 38,73%. Hier ist also durchaus eine Variation je nach Ortsgröße zu erkennen. Alle größeren Städte – hier Dortmund, Düsseldorf, Köln –  haben tendenziell einen höheren Frauenanteil im Rat. Den höchsten Frauenanteil in unserer Betrachtung hat Köln mit 41,76% (bei 1.024.621 Einwohner*innen und 91 Menschen im Rat insgesamt). Der geringste Frauenanteil liegt in unserer Liste bei 22,86% in der kreisangehörigen Stadt Brakel mit ca. 16.000 Einwohnenden (und 35 Ratsmitgliedern).

Unsere kleine Stichprobe deckt sich also mit den allgemeinen Zahlen für NRW:  Es besteht weiterhin eine erhebliche Unterrepräsentation von Frauen –  besonders in ländlicheren Regionen.

Woran liegt das? Wie so oft, gibt es eine lange Liste an Gründen. Allen voran hindern strukturelle Barrieren Frauen daran, politisch aktiv zu werden. Eine von Männern geprägte Kultur rund um das politische Engagement, ungleich verteilte Fürsorgeaufgaben, die vor allem die Zeit von Frauen binden, ein sozialstaatliches Unterstützungsnetzwerk mit immer größer werdenden Löchern – all das geht zulasten der Zeit, Energie und Motivation von Frauen, selbst aktiver Teil der politischen Landschaft zu werden. Und dann gibt es noch das Phänomen des unterschiedlichen Wahlverhaltens je nach regionalem Kontext: So sind in Großstädten oft mehr progressive Parteien vertreten, die aktiv Frauenförderung betreiben. Und zugleich tendieren auch städtische Wählerschaften eher zu Parteien mit höherem Frauenanteil.

↪ Zum nächsten Beitrag: Die Bedeutung von Wahlen und Wahlbeteiligung – insbesondere für Frauen

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